Was ist das Selbst?
Im Internal Family Systems (IFS) Modell ist das Selbst nicht einfach das "Ego" oder der "denkende Verstand". Es ist der unzerstörbare, heile Kern in jedem von uns.
Viele Führungskräfte identifizieren sich stark mit ihren "Managern" – jenen inneren Anteilen, die planen, kontrollieren, analysieren und Leistung erbringen. Diese Manager haben uns erfolgreich gemacht. Sie sorgen dafür, dass wir pünktlich sind, dass die Strategie stimmt und dass wir keine Schwäche zeigen.
Doch oft sind diese Anteile erschöpft. Sie arbeiten hart, weil sie glauben, dass ohne sie alles zusammenbrechen würde. Sie schützen oft verletzliche Teile ("Exiles"), die wir tief im Keller unserer Psyche weggeschlossen haben.
Die 8 Qualitäten des Selbst
Wenn wir im IFS vom "Selbst" sprechen, meinen wir einen Zustand von angeborener Führungskompetenz, der nicht erlernt werden muss, sondern freigelegt wird. Er zeichnet sich durch die 8 Cs aus:
- Calm (Ruhe)
- Clarity (Klarheit)
- Curiosity (Neugier)
- Compassion (Mitgefühl)
- Confidence (Zuversicht)
- Courage (Mut)
- Creativity (Kreativität)
- Connectedness (Verbundenheit)
Self-Leadership in der Praxis
Echte Führung ("Self-Leadership") beginnt dann, wenn nicht mehr der ängstliche Manager oder der strenge Kritiker das Steuer in der Hand hält, sondern dieses ruhige, klare Selbst.
Dann führen wir nicht aus Druck, sondern aus Präsenz. Wir reagieren nicht mehr automatisch auf Trigger, sondern können mit Neugier untersuchen: "Ah, ein Teil von mir ist gerade wütend. Interessant. Wovor will er mich gerade beschützen?"
Das ist der Weg von der Reaktivität zur Souveränität.